Das KIMIKO durch ihre Augen: Analoge Festivaldokumentation aus Teilnehmendenperspektive
Wie nehmen Besucher*innen ein Festival wahr, das sich selbst als Reallabor für nachhaltige Transformation versteht? Gemeinsam mit Aachen Analog Photography haben Teilnehmende die CLIMATE LOUNGE, das Future Lab und das KIMIKO Campus Festival mit analogen Kameras dokumentiert. Die entstandenen Bilder zeigen das Festival nicht aus Veranstalter-, sondern aus Teilnehmendenperspektive.
Die von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen geförderte CLIMATE LOUNGE auf dem KIMIKO Campus Festival sollte Klimaschutz nicht nur thematisieren, sondern mitten im laufenden Festivalbetrieb erfahrbar machen. Mobilität, Energie, Ressourcen, Abfall und Kreislaufwirtschaft wurden in Mitmachaktionen, Gesprächen und Beteiligungsformaten aufgegriffen. Besucher*innen sollten dabei nicht nur Publikum sein, sondern eigene Beobachtungen, Ideen und Kritik einbringen.
Ein besonderer Baustein war die Aktion „Climate Lounge analog: Das KIMIKO als Reallabor aus Teilnehmendenperspektive“ von Aachen Analog Photography.
Fotografiert von Besucher*innen des KIMIKO Campus Festivals im Rahmen der Aktion von Aachen Analog Photography.
Die Teilnehmenden führen die Kamera
Zum Start des Future Labs „Festival als Reallabor für nachhaltige Transformation“ wurden analoge Kameras an Besucher*innen übergeben. Über das gesamte Festivalwochenende hielten sie fest, was ihnen auf dem Gelände auffiel: Aktionen und Begegnungen, kleine Details, besondere Situationen und persönliche Festivalmomente.
Die Kameras stammten aus früheren Veranstaltungen und wurden erneut genutzt. Damit wurde auch das Dokumentationsformat selbst Teil des Nachhaltigkeitsgedankens.
Die Bilder folgen keinem vorgegebenen Motivplan. Die Teilnehmenden entschieden selbst, worauf sie ihre Kamera richteten und welche Situationen sie für relevant hielten. Dadurch entstand keine lückenlose oder objektive Abbildung des Festivals. Genau darin liegt der Wert der Aktion: Die Fotografien zeigen, was bei den Menschen vor Ort Aufmerksamkeit ausgelöst hat.
Eine visuelle Ebene des Reallabors
Im Future Lab diskutierten Besucherinnen und beteiligte Akteurinnen unter anderem über Ökostrom, den Einsatz von Diesel, Sanitärlösungen, Mülltrennung, Pfandsysteme und Zero-Waste-Ansätze. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Maßnahmen bereits funktionieren und welche Ideen für das KIMIKO 2027 weiterverfolgt werden sollten.
Die analogen Fotografien ergänzen diese Diskussion um eine andere Form der Beobachtung. Während Fragekarten, Gespräche und Workshops konkrete Aussagen und Vorschläge erzeugen, machen die Bilder Stimmungen, Perspektiven und Situationen sichtbar, die sich nur begrenzt in Stichpunkten erfassen lassen.
So wird die Dokumentation selbst zu einem Bestandteil des Reallabors: Nicht allein die Organisator*innen bestimmen, was als Erfolg, Problem oder bemerkenswerter Moment festgehalten wird. Die Teilnehmenden setzen eigene Schwerpunkte.
Von Festivalmomenten zu nächsten Schritten
Die CLIMATE LOUNGE erreichte während der drei Festivaltage mehr als 1.000 aktive Beteiligungen. Über 200 Ideen, Hinweise und Rückmeldungen wurden gesammelt. Sie bilden die Grundlage für die weitere Auswertung und die Entwicklung konkreter Maßnahmen für ein klimafreundlicheres KIMIKO 2027. Die Arbeit wird mit der KLIMA AG über das Festival hinaus fortgesetzt.
Die analogen Aufnahmen sind damit mehr als ein Rückblick. Sie halten fest, wie das Reallabor von den Menschen erlebt wurde, für die es geschaffen wurde.
Unser Dank gilt Aachen Analog Photography, allen teilnehmenden Besucher*innen sowie der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, die die CLIMATE LOUNGE gefördert hat.

